Auf dem Wasser nach Siem Riep

Nachdem mir keine Zugfahrt in Kambodscha gegönnt war, komme ich jetzt in den Genuss, meine Reise mit dem Motorboot fortzusetzen. Anstelle von 175 km auf dem Landweg mit dem Bus reise ich per Boot auf einem Fluss, aus diesem über einen See und dann noch mal auf einem Fluss, insgesamt 80 Kilometer. Auf diese Weise reise ich von Battambang nach Siem Reap.

Da hätte mehr reingepasst.

Frühmorgens müssen wir uns zunächst an einem Sammelplatz in der Stadt einfinden. Von dort geht es mit einem Minibus zum Boot. Hätten wir jetzt kein Niedrigwasser, könnten wir direkt von der Stadt Battambang aus starten. So ist die Strecke auf dem Wasser etwas kürzer.

Unser Fahrzeug für die nächsten 80 km

Zu meiner Überraschung sind die meisten der Fahrgäste über 60 Jahre alt und es ist kein junger Backpacker dabei. Ist wohl etwas uncool. Wobei ich finde, sich auf etwa 9 Stunden Bootsfahrt mit Hindernissen einzulassen, ist schon abenteuerlich und hat seinen Reiz.

Im Morgenlicht

Da wir früh gestartet sind, ist es noch nicht heiß. In den ersten Abschnitten muss der Bootsführer genau aufpassen, wo das Wasser zu niedrig ist. Wenn das Boot stecken bleibt, muss ein Schiffsjunge mit einer großen Bambusstange das Boot frei schieben. Das passiert ein paar Mal, es ist halt Trockenzeit. Das ist nicht gefährlich. Nur Sandbänke unter Wasser halten das Boot auf, Felsen gibt es hier nicht.

Obwohl das Boot täglich fährt, ist es für manche Kinder etwas Besonderes. Sie winken uns gerne zu. Hier ist das Wasser schon tief genug.

Gewohnt wird am Wasser …
… und auf dem Wasser

Bitte beachtet: Auf dem Wasser heißt, es ist Wasser drum herum. Man kommt nur mit dem Boot zu seinem Haus, kein Steg da.

Zur Kirche geht’s per Boot.

Das wird eine katholische Kirche sein. hier wird es am Sonntag wohl so von Booten wimmeln. Pagoden oder Moscheen habe ich keine auf dem Wasser gesehen.

Solche Geräte gibt es ganz viele auf dem Fluss.

Ich vermute, damit wird gefischt. Links wird ein großes Netz im Wasser hängen. Wenn das mit der Technik auf der rechten Seite hochgezogen wird, kann man vermutlich den Fang bergen.

Eine Momentaufnahme aus Google Maps

Der Fluss Sangker mündet in den Tonle-Sap-See. Später geht’s ein Stück flussaufwärts Richtung Siem Reap.

Der Tonle-Sap fließt in den gleichnamigen See und aus diesem wieder heraus Richtung Phnom Penh. Der Fluss ändert seine Richtung wenn der Mekong Hochwasser führt. Dann fließt ab Phnom Penh Mekongwasser in den Tonle-Sap und weiter in den See. Dieser steigt dann in der Regenzeit und mehrere Meter.

Die Änderung der Fließrichtung ist nach Neujahr das zweitgrößte fest in Kambodscha. Der König selbst gibt dann am Ufer in Phnom Penh dem Fluss den Befehl, seine Fließrichtung zu ändern.

Blick aus dem Heck

Im Mündungsgebiet des Flusses Sanker und auf diesem Teil des Tonle-Sap-Sees gibt es viele Schwimmende Dörfer.

Schwimmendes Dorf, in diesem Fall für Touristen

Als wir vom See wieder in einen Fluss fahren, wird es eng auf dem Wasser.

Manchmal ist noch weniger Platz zwischen den Booten.

Der Hafen von Siem Reap liegt etwa 12 km außerhalb der Stadt. Von dort fährt man mit Tuk Tuk bis zur Unterkunft.

Meine Unterkunft in Siem Reap, ein friedlicher Ort.